Die Junge Piraten lehnen die Einführung der sog. „Nacktscanner“ an deutschen Flughäfen aufgrund der massiven Einschränkung der Privatsphäre entschieden ab. Anstatt Geld für nutzlose Geräte auszugeben, die keine wirkliche Verbesserung der Sicherheit erreichen, sondern nur das Gefühl dieser suggerieren, sollte in eine verbesserte Ausbildung sowie eine Vergrößerung des Personals investiert werden.

Obwohl selbst das Bundesinnenministerium „in aller Klarheit“ angekündigt hatte, diesen „Unfug“ nicht „mitmachen“ zu wollen, welches damit auf der Linie von vielen anderen Vertretern aus Politik, Kirche und Gewerkschaften steht, die sich gegen den Einsatz dieser ausgesprochen hatten [1], hält die Regierung sowie die EU an den Plänen zur Bundes– bzw. Europaweiten Einführung der Scanner fest.  Auch die Piratenpartei Deutschland sprach sich strikt gegen eine Einführung der umstrittenen Apparate aus [2]; sie sehe in den Körperscannern „kein sinnvolles Mittel zur Verhinderung von terroristischen Anschlägen in Flugzeugen“.

Ebenso erachten die Junge Piraten die sog. „Nacktscanner“ nicht als sinnvoll, da sie nur einen unerheblichen Sicherheitszuwachs bedeuten. Vielmehr seien sie eine unnötige Einschränkung der Privatsphäre, so Heiko Herberg, Vorsitzender der Junge Piraten. Denn auch, wenn zukünftige Generationen der Geräte den Probanden nur noch als  schematische Silhouette darstellen und den Intimbereich verschleiern, ändere dies nichts an der Problematik der Geräte [3], so Herberg weiter. Details wie ein künstlicher Darmausgang, ein Herzschrittmacher oder Körperschmuck bleiben nach wie vor sichtbar. Auch die religiösen Rechte von Menschen, die sich nicht nackt zeigen wollen, werden gänzlich missachtet.

Die Nutzlosigkeit zeigt sich auch am jüngsten Attentatsversuch in den USA: Der vom Täter verwendete Sprengstoff wäre überhaupt nicht erkannt worden. [3] Das gleiche gilt auch für eine weitere Vielzahl von gefährlichen Stoffen. Vielmehr sind menschliche Fehlentscheidungen oftmals die Schwachstelle in Sicherheitssystemen. So ist auch dieser Attentäter ohne gültigen Pass an Bord des Flugzeugs gelangt. Während eines Feldversuchs der Bundespolizei gelang es über 30% der Tester, Schusswaffen an den Kontrollen vorbei zu schmuggeln. Als Grund hierfür wird auf die geringe Bezahlung und die dadurch kaum vorhandene Attraktivität des überaus wichtigen Berufes der Kontrolleure verwiesen [4], obwohl jener ein integraler Bestandteil eines jeden Sicherheitssystems ist.

Auch die Unverhältnismäßige Speicherung von personenbezogenen Daten hilft wenig, wie der jüngste Anschlagsversuch in Amerika eindrucksvoll bewiesen hat. Zwar war der Täter US-Medienberichten zufolge in der sogenannten „Terrorist Identity Database“ gelistet, jedoch wurde diese vor dem Flug nicht abgefragt. Damit verbunden stellt sich die Frage, ob das Passagiernamensregisters (PNR) benötigt wird, durch welches die Passagiere nicht nur nackt, sondern auch noch gläsern werden, obwohl eine erhöhte Sicherheit dadurch offensichtlich nicht gewährleistet wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Daten missbraucht werden steigt somit immer mehr an.

In diesem Zusammenhang unterstützen die Jungen Piraten auch die Online-Petition „Datenschutz — keine Zulassung von Ganzkörper-Scannern“. [5] Bis heute, dem 24.01.2010, haben sich über 10.000 Menschen dieser Petition angeschlossen.

[5] https://​epetitionen​.bundestag​.de/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​a​c​t​i​o​n​=​p​e​t​i​t​i​o​n​;​s​a​=​d​e​t​a​i​l​s​;​p​e​t​i​t​ion=9109