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Junge PIRATEN

Offe­ner Brief der Jun­gen Pira­ten an die Piratenpartei

Piratenpartei, Politik – Freitag, der 6. April 2012

Wir, die Jun­gen Pira­ten – die offi­zi­elle Jugend­or­ga­ni­sa­tion der Pira­ten­par­tei Deutsch­land –, betrach­ten seit gerau­mer Zeit Ver­hält­nisse inner­halb der Pira­ten­par­tei mit gro­ßer Sorge und zuneh­men­dem Ärger.

Immer wie­der fal­len Mit­glie­der der Par­tei durch ras­sis­ti­sche, sexis­ti­sche, aber auch ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­rende Aus­sa­gen oder Ver­hal­tens­wei­sen auf.

Beim Brain­stor­ming zu die­sem Brief wur­den einige Bei­spiele dis­kri­mi­nie­ren­der Aus­sa­gen und Vor­fälle genannt: eine Frau galt als »zu hübsch«, um ernst­ge­nom­men zu wer­den, eine andere »sollte mal rich­tig hart durch­ge­fickt wer­den, viel­leicht ent­spannt sie sich dann ja mal«, ein Mit­glied war der Mei­nung, Frauen gehör­ten nicht auf Stamm­ti­sche, »aus­län­der­kri­tisch« zu sein galt in einer Twit­ter­dis­kus­sion als voll­kom­men in Ordnung.

Der­ar­tige Aus­sa­gen wer­den oft als „Ein­zel­mei­nun­gen“ abge­tan – gerade in einer Par­tei, die sich ihrer star­ken Basis rühmt, darf das keine Recht­fer­ti­gung sein.

Auch die Mei­nungs­frei­heit wird in Reak­tion auf Empö­rung über dis­kri­mi­nie­ren­des Ver­hal­ten immer wie­der genannt. Im Zusam­men­hang mit Ras­sis­mus, Sexis­mus, Homo­pho­bie, Ableis­mus, Trans­pho­bie und ande­ren Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men auf die Mei­nungs­frei­heit zu ver­wei­sen räumt die­sen Ver­hal­tens­wei­sen eine Legi­ti­mi­tät ein, die ihnen nicht zusteht und lässt sie als sub­jek­tiv ver­tret­bar erschei­nen („man muss das nicht gut fin­den, aber es hat nun­mal jeder seine eigene Meinung“).

Als @Kekspiratin auf Twit­ter äußerte, sie würde sich, so ras­sis­tisch es klänge, „auch nicht von Aus­län­dern pfle­gen las­sen“ (eine Reak­tion auf ent­spre­chende Aus­sa­gen von Bar­bara Scheel bei Anne Will), rea­gier­ten viele Twit­te­rer mit Empö­rung. In Reak­tion auf diese folg­ten erneut Rela­ti­vie­run­gen: in einem Inter­view mit einer ande­ren Twit­te­rin erklärte @Kekspiratin, ihre Aus­sage habe nichts mit Ras­sis­mus zu tun, da sie nicht „per se schlecht über Aus­län­der“ denke. Außer­dem erschien kurz dar­auf ein Arti­kel des Blog­gers und Pira­ten­mit­glieds xwolf (der Arti­kel ist auch auf der Web­seite der bay­ri­schen Pira­ten gegen Rechts­ex­tre­mis­mus zu sehen). Der Autor mahnt: „Aber nie­mand sieht in den Kopf des Auto­ren. Trotz­dem maßen auch wir uns an, einen [sic] Urteil über diese Per­so­nen zu bil­den. Aus 140 Zei­chen. Ist das nicht auch eine Form von Ras­sis­mus? Nicht einer der gegen “Ras­sen” geht, son­dern gegen Geis­tes­hal­tun­gen und Gefühlslagen.“

Abge­se­hen davon, dass „Ras­sis­mus“ hier auf absurde Weise umde­fi­niert wird, wird außer­dem impli­ziert, dass Ras­sis­mus beab­sich­tigt sein müsse. Auch diese Argu­men­ta­tion fin­det sich oft. Sobald eine ras­sis­ti­sche (oder auch ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­rende) Aus­sage kri­ti­siert wird, wird von ver­schie­de­nen Sei­ten ange­mahnt, nicht vor­schnell zu urtei­len – es weiß doch nie­mand, ob die Per­son „wirk­lich“ Rassist/-in ist. In die­ser Argu­men­ta­tion zeigt sich ein mas­si­ves Unver­ständ­nis gegen­über den Wir­kungs­me­cha­nis­men von Diskriminierung.

Aber auch ein ande­res Pro­blem der Pira­ten­par­tei zeigt sich in den immer wie­der auf­kom­men­den Dis­kus­sio­nen um Dis­kri­mi­nie­rung: die starke Iden­ti­fi­ka­tion vie­ler Mit­glie­der mit der Par­tei.
Die Pira­ten­par­tei wid­met sich The­men, die bis­her eher am Rande behan­delt wur­den und for­dert einen neuen Poli­tik­stil. Dadurch scheint sie für viele Mit­glie­der eine große Hoff­nung dar­zu­stel­len — Kri­tik daran führt zu Ver­un­si­che­rung und diese wie­derum zu Abwehr. Das zeigt sich in den star­ken Abwehr­re­ak­tio­nen (z.B. auf nega­tive Bericht­er­stat­tung), sowie dem Umgang mit ange­spro­che­nen Pro­ble­men. So wird bspw. die geringe Frau­en­zahl in der Par­tei oft ins Posi­tive umge­deu­tet: Frauen wür­den „zu nichts gezwun­gen“ und außer­dem „kann doch jeder mit­ma­chen“. Außer­dem wür­den Frauen lie­ber im Hin­ter­grund arbei­ten, Män­ner evo­lu­tio­när bedingt eher im Vor­der­grund. Eine wirk­li­che Beschäf­ti­gung mit dem Pro­blem erfolgt in wei­ten Tei­len nicht, gesell­schaft­li­che Struk­tu­ren wer­den verkannt.

Gerade für eine Par­tei, die sich als „Mit­mach­par­tei“ bezeich­net, die eine freie Presse for­dert und dafür plä­diert Feh­ler in der Poli­tik ein­zu­ge­ste­hen und sich über Sach­ver­halte zu bil­den, bevor eine Mei­nung ver­tre­ten wird, sind diese Abwehr­re­ak­tio­nen sowie Dis­kri­mi­nie­rung bzw. die Dul­dung die­ser beschä­mend. Die Jun­gen Pira­ten for­dern eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Dis­kri­mi­nie­rung in der Par­tei. Rufe nach Mei­nungs­frei­heit, der Ver­weis auf „Ein­zel­mei­nun­gen“ und Ver­klä­rung des Pro­blems dür­fen nicht mehr die Debatte bestim­men. Wir hof­fen, dass die Pira­ten­par­tei sich klar gegen jeg­li­che For­men der Dis­kri­mi­nie­rung bekennt – und dass es dabei nicht bei einem Lip­pen­be­kennt­nis bleibt.

NACHTRAG: Wir neh­men uns bei der Pro­ble­ma­tik natu­er­lich nicht aus, aber wir arbei­ten gegen Dis­kri­mi­nie­rung inner­halb des Vereins.

267 Kommentare zu “Offe­ner Brief der Jun­gen Pira­ten an die Piratenpartei”

  1. wogi sagt:

    Gelas­sen­heit ist eine Tugend … des Alters, nicht der Jugend.

    Wenn man — wie ich — viele Jahre in einem publi­kums­in­ten­si­ven Bereich einer Stadt­ver­wal­tung gear­bei­tet und mit Men­schen aus unter­schied­li­chen sozia­len Schich­ten zu tun hatte, legt man nicht mehr jede Äuße­rung eines Ein­zel­nen auf die Goldwaage.

    Wenn jemand meint, seine Kum­pels mit Macho-Sprüchen beein­dru­cken zu müs­sen, bedeu­tet dies noch lange nicht, dass er frau­en­feind­lich ist. Ebenso ist nicht jeder gleich aus­län­der­feind­lich oder ras­sis­tisch, weil er — mög­li­cher­weise auch auf­grund schlech­ter per­sön­li­cher Erfah­run­gen mit Migran­ten — eine andere oder dif­fe­ren­zier­tere Mei­nung zur mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­schaft vertritt.

    Wie wür­det Ihr etwa ein SPD-Mitglied (ein ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter) bezeich­nen, das im Rah­men einer Dis­kus­sion über Zuwan­de­rung äußert (Zitat) »Wir brauch­ten die Gast­ar­bei­ter, um den deut­schen Arbei­ter zu dis­zi­pli­nie­ren«? Wäre es mög­lich, dass Ihr zuerst ein­mal fragt »wem nützt es«, bevor ihr Euch dem öffent­lich pro­pa­gier­ten Dogma der »tota­len Tole­ranz« unterwerft?

    »Mono­chrome« Ansich­ten brin­gen uns in der poli­ti­schen Dis­kus­sion nicht wei­ter und ein respekt­lo­ser Spruch ist nicht gleich eine Dis­kri­mi­nie­rung (siehe Defi­ni­tion »Dis­kri­mi­nie­rung« in Wikipedia).

    Der offene Brief der »Jun­gen Pira­ten« ver­an­lasst mich letzt­lich zu der Frage, ob die Dis­kri­mi­nie­rung abwei­chen­der Mei­nun­gen nicht auch »eine Art von Ras­sis­mus« dar­stellt — oder vor­aus­ei­len­den Gehor­sam gegen­über der ver­öf­fent­lich­ten Meinung!?

    Die Ver­all­ge­mei­ne­run­gen »betrach­ten seit gerau­mer Zeit Ver­hält­nisse inner­halb der Pira­ten­par­tei« und »Immer wie­der fal­len Mit­glie­der der Par­tei durch ras­sis­ti­sche, sexis­ti­sche, aber auch ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­rende Aus­sa­gen oder Ver­hal­tens­wei­sen auf« erzeu­gen in der Öffent­lich­keit den kata­stro­pha­len Ein­druck, als han­dele es sich bei den Pira­ten um eine Samm­lungs­be­we­gung von Rechts­ra­di­ka­len und poten­ti­el­len Extre­mis­ten. Da muss man sich nicht wun­dern, wenn uns dies in der hei­ßen Phase des NRW-Landtagswahlkampfs von unse­ren poli­ti­schen Geg­nern und der Presse um die Ohren gehauen und mög­li­cher­weise eine Menge Stim­men kos­ten wird.

    Der Nach­satz der Ver­fas­ser »aber wir arbei­ten gegen Dis­kri­mi­nie­rung inner­halb des Ver­eins« deu­tet dar­auf­hin, dass hier eine ver­engte Sicht vor­liegt, die auf einer the­men­fi­xier­ten, selek­ti­ven (para­no­iden?) Wahr­neh­mung beruht. Die Ver­fas­ser soll­ten sich daher zunächst einer »Desen­si­bi­li­sie­rung« unter­zie­hen oder als Ver­ein (unter Nen­nung des Ver­eins­na­mens) auf­tre­ten, bevor sie die Pira­ten­par­tei als Gan­zes in Ver­ruf brin­gen — unter­stützt durch ledig­lich 295 von mitt­ler­weile über 21.600 Mit­glie­dern, die sich der poli­ti­schen Trag­weite ihrer »Unter­stüt­zung« wahr­schein­lich nicht ein­mal bewusst sind. (Herr Leh­rer ich weiß was: Im Kel­ler brennt Licht!)

    Ich rate drin­gend dazu, sol­che »poli­ti­schen Schnell­schüsse« zukünf­tig zu ver­mei­den, zumal ich das angeb­li­che »Pro­blem« — etwa im Kreis Düren — nicht erken­nen kann. Auch ist nicht ersicht­lich, aus wel­chem »Problem-Kiez« diese Vor­würfe ent­sprun­gen sind.

    Irgend­wann wer­den wir uns als Pira­ten dem Thema »Migra­tion« inten­siv wid­men müs­sen. Aber wenn wir die Dis­kus­sion in die­sem »schwie­ri­gen Gelände« nicht offen und dif­fe­ren­ziert füh­ren, wer­den wir für sehr viele Men­schen unglaub­wür­dig und gerade das muss ver­mie­den wer­den. Dem Einen oder Ande­ren mag dies schwer fal­len aber Rede– und Denk­ver­bote nut­zen da wenig.

  2. Kambeo sagt:

    @ Grim­gerde
    Das ist keine Ant­wort, hier wird nicht rich­tig dis­ku­tiert. Ich habe nicht behaup­tet, dass irgend­et­was gemeint wurde, ich habe gesagt, dass es nicht pri­mär auf das Image in den Mas­sen­me­dien ankom­men sollte, son­dern auf das poli­ti­sche Pro­gramm, das man sich mög­lichst nicht von die­sen dik­tie­ren las­sen sollte! Wenn es selbst da kei­nen Kon­sens gibt, dann gute Nacht. Außer­dem bin ich weder ein ver­wöhn­ter Macho oder ein sozia­lin­kom­pe­ten­ter Nerd noch ein zu kurz gekom­me­ner Troll. Und andere eben­so­we­nig. Solch däm­li­che Sprü­che bitte in Zukunft unter­las­sen, sonst kommt man nicht weiter.

  3. Störtebeker sagt:

    @Benjamin:

    1. Stör­te­be­ker bitte ohne »c« — soviel Zeit muß sein.

    2. Seit wann ist die Bezeich­nung »gleich­ge­schal­tete Medien« expli­zit rechts­ex­tre­mes Voka­bu­lar — bis auf Nischen­blätt­chen oder diverse Inter­net­sei­ten wäre es über­haupt nicht mög­lich, einen eini­ger­ma­ßen zuver­läs­si­gen Nach­rich­ten­quer­schnitt zu erhal­ten — oder ver­läßt Du Dich etwa auf die Fern­seh­nach­rich­ten und die Tages­zei­tung ?? Falls dem so sein sollte, ist Dir auch nicht mehr zu hel­fen: Gerade an dem Umstand, daß die­ser offene Brief es kurz vor den Wah­len in die 20 Uhr Tages­schau geschafft hat, zeigt doch, wie­viel Angst die Eta­blier­ten vor einer Erschei­nung wie den Pira­ten haben und das sie mit allen Ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln den Erfolg zu ver­hin­dern ver­su­chen wer­den — dazu gehört auch und vor allem die Ein­fluß­nahme über die Medien.

    3. Ich ver­wahre mich aus­drück­lich gegen den Vor­wurf, in irgend­ei­ner Rich­tung poli­tisch extrem zu sein. Außer, daß ich extrem für Trans­pa­renz, direkte Demo­kra­tie und gegen sys­tem­re­le­vante Ban­ken und Kon­zerne bin.

    3. Auf dem Graas­brook war ich noch nie.

    4. Je mehr Mei­nun­gen wie die Deine hier auf­tau­chen, desto mehr fühle ich mich in dem Gedan­ken bestärkt, den Pira­ten aktiv beizutreten.

  4. Kambeo sagt:

    „Wenn man die Men­schen lehrt, wie sie den­ken sol­len, und nicht ewig­hin, was sie den­ken sol­len, so wird auch dem Miss­ver­ständ­nis vor­ge­beugt“ (Georg Chris­toph Lich­ten­berg vor mehr als 200 Jahren).

    Kluge Leute gab’s genug, die für die Frei­heit des Den­kens, für die Würde des Men­schen und gegen Mei­nungs­kon­for­mis­mus und Duck­mäu­ser­tum ein­ge­tre­ten sind. Und die klu­gen Leute, das sind heut­zu­tage die­je­ni­gen, denen der politisch-korrekte Main­stream in die­sem Lande gelinde gesagt zum Him­mel stinkt. Wer meint, so etwas gäbe es gar nicht, der muss sich den Vor­wurf gefal­len las­sen, ein nai­ver Dumm­kopf zu sein. Und wer meint, dass die­ser Main­stream noch geför­dert wer­den sollte, der sollte sich nicht in der Pira­ten­par­tei, son­dern bei den Grü­nen oder der SPD usw. enga­gie­ren! Die Sprech­bla­sen und ver­ba­len Atta­cken, die Ver­leum­dun­gen und Unter­stel­lun­gen, die der politisch-korrekte Main­stream gegen Anders­den­kende und Frei­geis­ter auf­fährt, sind hin­läng­lich bekannt. Sie die­nen der Stig­ma­ti­sie­rung und der Aus­gren­zung, und sie sol­len inhalt­li­che Dis­kus­sio­nen ver­hin­dern. Dage­gen gilt es anzu­ge­hen in einer Par­tei, von der viele sich erhof­fen, dass sie auch das Mei­nungs­mo­no­pol der Mas­sen­me­dien auf­bre­chen kann! Das sage ich als poli­ti­scher Psy­cho­loge, der viele Jahre im Bereich der Medi­en­psy­cho­lo­gie und der Medi­en­so­zio­lo­gie geforscht hat, und der sich bes­tens darin aus­kennt, wie Mei­nun­gen mani­pu­liert wer­den, auch mit­hilfe schein­bar wis­sen­schaft­li­cher und wert­neu­tra­ler For­schungs­er­geb­nisse. Nehmt das bitte sehr ernst!!

    An die Adresse des Lan­des­ver­ban­des NRW, der hier einen Ping­back unter 243 geschal­tet hat, geht fol­gende Bitte: Schlag­worte wie „ras­sis­tisch, frau­en­feind­lich, sexis­tisch, dis­kri­mi­nie­rend“ usw. sind nicht die Lösung, son­dern die Ursa­che von Miss­ver­ständ­nis­sen! Es ist das Voka­bu­lar des politisch-korrekten Main­streams, und es ist so lange pure emo­tio­nale Pro­pa­ganda, so lange es nicht auf kon­krete inhalt­li­che Füße gestellt wird. Sol­che Begriffe müs­sen kon­sen­sual dis­ku­tiert wer­den, nur so nimmt man die Men­schen mit. Zum „Sexis­mus“ etwa gehört heute auch zwin­gend die gesell­schaft­li­che Dis­kri­mi­nie­rung von Män­nern, die mitt­ler­weile mehr­fach vom EuGH ange­mahnt wurde. Füllt diese Begriffe bitte unbe­dingt mit kon­kre­ten Inhal­ten aus, und macht deut­lich, dass eure Par­tei kei­nem ideo­lo­gi­schen Fana­tis­mus folgt, son­dern wirk­lich den Idea­len von Frei­heit, Gleich­heit und Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit ver­pflich­tet ist.

  5. Delf sagt:

    Ich bin sel­ber seit 2009 Jupi und finde es schade, dass die­ser offene Brief kam, denn er ver­fälscht die Rela­tio­nen total.Vieles wird ein­fach abge­tan, aber in die­sen Dimen­sio­nen, wie beschrie­ben sehe ich die Par­tei nicht. Außer­dem wäre es begrü­ßens­wert wenn die Jupis was Kom­mu­ni­ka­tion angeht ein wenig mehr zusammenarbeiteten.

  6. Zitat PM Pira­ten 09.4.2012

    Link: http://​www​.pira​ten​par​tei​.de/​2​0​1​2​/​0​4​/​0​9​/​p​i​r​a​t​e​n​p​a​r​t​e​i​-​d​u​l​d​e​t​-​k​e​i​n​e​-​d​i​s​k​r​i​m​i​nierung/

    „»In jeder Par­tei gibt es ›10 Pro­zent Idio­ten‹, um mal Gre­gor Gysi zu zitie­ren. Dazu gehö­ren Aus­län­der– und Frauenfeinde.„

    Ich bin seit 2009 akti­ves Mit­glied in der Pira­ten­par­tei LV Ber­lin und ich kenne nie­man­den, der nicht ab und zu auch mal eine idio­ti­sche Äuße­rung getan hat. Die Per­so­nen, die zu den 10 Pro­zent Idio­ten gehö­ren, sind also aus­tausch­bar. Mal gehört man dazu, mal gehört man nicht dazu. Dies gilt – glaube ich – für jedes Mit­glied der Pira­ten­par­tei. Idio­ti­sche Aus­sa­gen sind „Eichhörnchen“.

    Ras­sis­ten, Sexis­ten und Anti­se­mi­ten sind KEINE Idio­ten. Wer glaubt Idioten,Rassisten, Sexis­ten und Anti­se­mi­ten in einen Sack ste­cken zu kön­nen, um drauf­hauen zu kön­nen, weil man ja eh immer den rich­ti­gen trifft, irrt gefähr­lich. Ras­sis­mus, Sexis­mus oder Anti­se­mi­tis­mus ist eine Geis­tes­hal­tung und keine Dumm­heit. Der Kern die­ser Geis­tes­hal­tung ist die will­kür­li­che Ein­schrän­kung, Belei­di­gung, oder die Her­ab­wür­di­gung von Per­so­nen, weil diese ein bestimm­tes Per­so­nen­merk­mal auf­wei­sen. Wie kann die Pira­ten­par­tei damit umge­hen? Offen. Nur eine öffent­li­che Debatte sen­si­bi­li­siert die Pira­ten­par­tei für Geis­tes­hal­tun­gen, die wir bekämpfen.

  7. alter sack sagt:

    Ich finde die Pira­ten super, weil ich den Gedan­ken des Post Gen­der so gut finde und mich als eher Lin­ker bei den eta­blier­ten Grü­nen und SPD nicht mehr aus­ge­ho­ben fühle, obwohl ich sie bis­her immer gewählt habe. Dies­bzgl kann ich nur Delf zustim­men. Wenn es bei der SPD heißt: »man kann die mensch­li­che Gesell­schaft nur errei­chen, wenn man die männ­li­che über­win­det« (Par­tei­pro­gramm 2007) und die Grü­nen sagen: »bes­ser du als irgend­ein Kerl…« und im Rah­men ihres Frau­en­sta­tuts Män­ner benach­tei­li­gen, sind die Pira­ten für mich eine Alter­na­tive. Eine sehr gute, in der ich die gan­zen Sexi­mus– Vor­würfe nicht sehe. Das Schlimme ist, dass nun von den Medien und den ande­ren Par­teien Sexi­mus mit Rechts­ra­di­ka­lis­mus in einem Atem­zug mit Pira­ten genannt wird, um die Par­tei zu dis­kre­di­tie­ren. Anders herum, wenn Män­ner, wie bei den Grü­nen (habe ich selbst erlebt) benach­tei­ligt wer­den, schreit komi­scher Weise kei­ner bei SPD und Grünen.

  8. Bernd sagt:

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Empty Data]
    @Kamebo

    Dei­ner Kri­tik an den Mas­sen­me­dien kann ich gut fol­gen, dar­aus zu schluss­fol­gern, dass die Aus­übung von Dis­kri­mi­nie­rung unter Nut­zung eines beste­hen­den Macht­ge­fäl­les ein fana­ti­sches Gebilde der Medien ist, zeugt von völ­li­ger Ignoranz.

    Was du sagst klingt nach:

    »Ob Neger gesagt wer­den darf, da soll auch die weiße bevor­zugte Mehr­heits­ge­sell­schaft mit­eint­schei­den. Denn wenn der »Weiße Mann« es nicht so meint, ist es völ­lig in ord­nung den Begriff zu benutzen.«

  9. Bombe 20 sagt:

    Wie viele andere es hier schon geäu­ßert haben denke auch ich, daß die­ser Brief den Pira­ten gescha­det hat. Wenn in der wich­tigs­ten Nach­rich­ten­sen­dung Deutsch­lands der JuPi-Vorsitzende Geschich­ten erzählt von Leu­ten, die (pri­vat!) so schlimme Dinge sagen wie »Frauen räu­men doch gern auf«, dann ist das bes­ten­falls nur Was­ser auf die Müh­len derer, die mei­nen, die PP sei eh nicht ernst­zu­neh­men.
    Im schlimms­ten Fall aber bleibt bei den einen hän­gen »Die Pira­ten­par­tei ist so durch­drun­gen von Nazis, Ras­sis­ten und Sexis­ten, daß den weni­gen, die dage­gen vor­ge­hen wol­len, nur der Weg in die Öffent­lich­keit bleibt.« und bei den ande­ren »Auch bei den Pira­ten gibt es Maul­körbe für alle, die nicht dem poli­tisch kor­rek­ten Main­stream nach­plap­pern.« Und bei­des wird nicht dazu füh­ren, daß der­je­nige bei der nächs­ten Wahl sein Kreuz­chen bei der PP macht.

    (Das ist bei mir selbst übri­gens nicht anders. »Frü­her« habe ich die Pira­ten gewählt, weil sie die ein­zi­gen waren, die deut­lich gegen die VDS stan­den, und mich gefreut, als sie es auf 3% gebracht haben, was reichte, ande­ren Par­teien die Wich­tig­keit des The­mas klar­zu­ma­chen. Aber dann habe ich gese­hen, wel­che Wider­stände es in der PP gegen die sim­ple For­de­rung der Abschaf­fung der Wehr­pflicht gab — offen­bar stan­den die Pira­ten also doch so nicht für Frei­heit und Grund­rechte, wie ich gedacht hatte. Da rette ich doch lie­ber wie­der Par­teien, die heute nur auf 3% kommen…)

    Beson­ders spre­chend finde ich aller­dings, daß einige hier »das ist eine rechte Ein­stel­lung« (NB: nicht »rechts­ex­trem«!) unwi­der­spro­chen als Argu­ment(!) äußern kön­nen. Sobald Labels die inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung erset­zen, ist die Erstar­rung komplett.

    Bombe 20

  10. lestempschangent sagt:

    Die Revo­lu­tion frisst ihre dicken Kin­der. Eine Grup­pie­rung, die sich ange­sichts der Lage der Dinge als gemein­sa­men Nen­ner nur auf Urhe­ber­recht und »Trans­pa­renz« und »Inter­net« eini­gen kann und — viel schlim­mer — diese Punkte zur Antriebs­fe­der ihrer eige­nen Exis­tenz erklärt, steht von der Arm­se­lig­keit her direkt neben der FDP (sog. Mar­ken­kern: »Arbeit rauf, Steu­ern run­ter« bzw. neu­er­dings »Wachs­tum«… aus his­to­ri­scher Sicht gab es hier wenigs­tens mal den Libe­ra­lis­mus). Ich werde nie ver­ste­hen, wel­che Idea­lis­mus­ferne es braucht, um Pirat zu sein. Baut Vogel­häu­ser, ver­hin­dert oder unter­stützt den Bau von Pum­spei­cher­be­cken, sam­melt Ziga­ret­ten­kip­pen von der Straße, baut Park­bänke, enga­giert Euch gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, demons­triert gegen den Ver­tei­di­gungs­haus­halt und und und.

  11. Aventin sagt:

    Was bitte ist ein sexis­ti­scher Kom­men­tar?
    Kri­tik am »Feminismus«?

    Kri­tik am »Frau­en­sta­tut« der GrünInnen?

    Wol­len wir wirk­lich eine Quote?
    Nein, nur die, wel­che mei­nen davon einen
    Vor­teil zu haben!

  12. Klabauter sagt:

    Mei­ner beschei­de­nen Mei­nung nach sollte man aus mücken keine Ele­fan­ten machen. Glück auf!

  13. […] mit ange­zün­de­tem Toi­let­ten­pa­pier aus Emo­tio­nen: 21* | 1* In Blogs gefun­den: Junge Pira­ten News Offe­ner Brief der Jun­gen Pira­ten an die Die Jun­gen Pira­ten for­dern eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Dis­kri­mi­nie­rung in der Par­tei Rufe […]

  14. Guten Tag!
    Dank für die­sen Brief! Er gibt mir wie­der etwas Hoff­nung.
    Ich sehe mich als Sym­pa­thi­sant der Pira­ten — bei­tre­ten kann ich lei­der nicht.
    Nicht solange ein rüder Ton wie beschrie­ben herrscht.
    Und vor allem solange nicht, wie es NUR Pira­ten gibt, aber keine Pira­tin­nen.
    Dies ist ja in der Sat­zung fest­ge­legt, eine Wahl­frei­heit sich »Pira­tin« zu nen­nen gibt es nicht.
    Unfass­bar.
    MfG
    Burk­hard Tomm-Bub, M.A.
    aka
    Buk­Tom Bloch