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Junge PIRATEN

Junge Pira­ten bedau­ern Ablauf der dies­jäh­ri­gen Deut­schen Islamkonferenz

Islam, Jugend, Pressemitteilungen – Freitag, der 20. April 2012

Trägt man mit der Aus­sage, der Islam gehöre nicht zu Deutsch­land, zum fried­li­chen Mit­ein­an­der der Kul­tu­ren und Reli­gio­nen in die­sem Land bei? Der Frak­ti­ons­chef der Uni­ons­frak­tio­nen, Vol­ker Kau­der, äußerte sich so jeden­falls pünkt­lich vor dem dies­jäh­ri­gen Ple­num des Dia­log­fo­rums Deut­sche Islamkonferenz.

Für die Jun­gen Pira­ten ist diese Aus­sage nicht nach­voll­zieh­bar: »Anstatt im Vor­feld eines Dia­log­fo­rums einen so völ­lig kon­tra­pro­duk­ti­ven Bei­trag zu ver­fas­sen, der zu den Zie­len der Deut­schen Islam­kon­fe­renz nichts bei­trägt, sollte Herr Kau­der sich Gedan­ken dar­über machen, wie wir der Nor­ma­li­tät in Viel­falt näher kom­men könn­ten. Seine Aus­sage ›der Islam gehört nicht zu Deutsch­land‹ wider­spricht der Lebens­rea­li­tät vie­ler Men­schen, trägt nichts zum inter­kul­tu­rel­len Dia­log bei und ist des­we­gen hof­fent­lich nicht mehr als ein bedau­er­li­cher Quer­schlä­ger aus der Union, dem es scharf zu wider­spre­chen gilt«, so Paul Meyer-Dunker, Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Jun­gen Pira­ten, der die Jugend­or­ga­ni­sa­tion bei der Jun­gen Islam­kon­fe­renz ver­tritt.

Die Jun­gen Pira­ten kri­ti­sie­ren auch die im Rah­men der Islam­kon­fe­renz statt­ge­fun­dene Fokus­sie­rung auf den Sala­fis­mus: Nicht ein­mal 4000 der über 4 Mil­lio­nen in Deutsch­land leben­den Mus­lime sind Sala­fis­ten. In einer Debatte, in der die Sala­fis­ten in den Mit­tel­punkt des Dis­kur­ses gerückt wer­den, wird nicht über die eigent­li­chen Pro­bleme von Mus­li­men in Deutsch­land gespro­chen. So gibt man den in Deutsch­land leben­den Mus­li­men nicht das Gefühl, ernst genom­men zu wer­den und an einem Dia­log auf Augen­höhe betei­ligt zu sein. Anstatt sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen, was wir als Gesell­schaft unter­neh­men kön­nen, damit sich Mus­lime in Deutsch­land nicht mehr aus­ge­schlos­sen füh­len, wer­den diese auf­ge­for­dert, zu ›ihren Sala­fis­ten‹ Stel­lung zu nehmen.

Die­ser Ein­druck wird dadurch bestä­tigt, dass über häus­li­che Gewalt und Zwangs­hei­rat in so gro­ßem Maße gere­det wird, dass sie die in der Wahr­neh­mung größ­ten bei­den Tages­ord­nungs­punkte der Ple­nums­sit­zung sind und hierzu eine dis­tan­zie­rende Stel­lung­nahme der gesam­ten Islam­kon­fe­renz für nötig erach­tet wird. The­men wie die Pro­bleme von Mus­li­men auf dem Arbeits­markt gehen dem­ge­gen­über völ­lig unter. Dass gerade viele junge Mus­lime heute mit ganz ande­ren Pro­ble­men zu kämp­fen haben, bleibt hier völ­lig außen vor. Das liegt lei­der auch daran, dass die Deut­sche Islam­kon­fe­renz keine Mit­glie­der aus der jün­ge­ren Gene­ra­tion in ihren Rei­hen hat, was wir sehr bedau­er­lich finden.

Dass es auch anders geht, hat die Junge Islam­kon­fe­renz gezeigt. In die­sem Forum fan­den sich Ver­tre­ter ver­schie­de­ner mus­li­mi­scher und nicht­mus­li­mi­scher Grup­pen, die in ihrem Emp­feh­lungs­ka­ta­log Ideen zur Ent­wick­lung von inter­kul­tu­rel­len Initia­ti­ven ent­wi­ckelt haben. Es ist bedau­er­lich, dass diese Ver­tre­ter neben der Überg­abe ihrer Emp­feh­lun­gen ledig­lich ein »Bei­wohn­recht« ohne Rede– oder Stimm­recht hat­ten, da die Mög­lich­keit ver­passt wurde, der Deut­schen Islam­kon­fe­renz eine jugend­li­che Stimme zu geben. Dies offen­bart auch, wie es um die Betei­li­gung von Jugend­li­chen am gesell­schaft­li­chen Dia­log all­ge­mein bestellt ist.

Paul Meyer-Dunker fasst für die Jun­gen Pira­ten zusammen:

»Wir wün­schen uns, dass die Islam­kon­fe­renz es schafft, davon weg zu kom­men, andau­ernd über Fra­gen zu dis­ku­tie­ren, die die Mus­lime in Deutsch­land pro­ble­ma­ti­sie­ren. Es wird Zeit, mehr die Frage in den Mit­tel­punkt zu rücken, was die Gesell­schaft eigent­lich leis­ten muss, damit unsere gelebte Viel­falt zur Nor­ma­li­tät wird. Als posi­ti­ves Pro­jekt sehen wir die Junge Islam­kon­fe­renz als ein Gre­mium, das end­lich auch Jugend­li­chen ver­sucht eine Stimme in die­sen Debat­ten zu geben und der Deut­schen Islam­kon­fe­renz viel­leicht auch den einen oder ande­ren Anstoß gibt.«


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15 Kommentare zu “Junge Pira­ten bedau­ern Ablauf der dies­jäh­ri­gen Deut­schen Islamkonferenz”

  1. Egon sagt:

    Wir wün­schen uns, dass die Jun­gen Pira­ten es schaf­fen, davon weg zu kom­men, andau­ernd über Fra­gen zu dis­ku­tie­ren, die die Mei­nungs­äu­ße­run­gen und Ängste von Anders­den­ken­den in Deutsch­land pro­ble­ma­ti­sie­ren sowie die Anders­den­ken­den alle­samt in eine Schub­lade ste­cken, aus­gren­zen und bekämp­fen (=Mei­nungs­ras­sis­mus). Es wird Zeit, mehr die Frage in den Mit­tel­punkt zu rücken, was die Gesell­schaft eigent­lich leis­ten muss, damit gelebte Mei­nungs­viel­falt, Tole­ranz und kon­struk­tive Dis­kus­si­ons­kul­tur zur Nor­ma­li­tät werden.

  2. […] sie die undis­zi­pli­nier­ten Quer­schlä­ger ihrer Mut­ter­par­tei zur Ord­nung, dann stel­len sie in einem wun­der­bar abge­wo­ge­nen, im Ton mode­ra­ten Bei­trag klar, woran die “Deut­sche Islam­kon­fe­renz” krankt. Wenn doch nur ein paar von den den […]

  3. Eine der zutref­fends­ten Ana­ly­sen und Hin­ter­grund­be­richte zu dem Tref­fen! Ein ganz gro­ßes Kom­pli­ment, die­ses Decke weg zie­hen haben viele Exper­ten ins­ge­samt nicht zusammengebracht.

  4. Chriz sagt:

    Inter­es­sant zu lesen, wie Anti­se­mi­tis­mus, Sexis­mus und Homo­pho­bie inner­halb der Par­tei mas­siv bekämpft wer­den, wäh­rend man im Zusam­men­hang mit dem Islam doch bitte davon weg­kom­men soll, »andau­ernd über [diese] Fra­gen zu dis­ku­tie­ren« und statt des­sen die Gesell­schaft in der Pflicht sieht.

    Des­wei­te­ren: Wieso wer­den hier Kom­men­tare gelöscht und mit wel­cher Rechtfertigung?

  5. Christian sagt:

    Liebe Redak­tion:
    Was ihr als Pres­se­mit­tei­lun­gen im Namen ›der‹ Jung­pi­ra­ten ver­öf­fent­lich sind mei­ner Mei­nung nach Kom­men­tare die ent­spre­chend gekenn­zeich­net wer­den soll­ten.
    Wer im Namen ALLER spre­chen will sollte sich deren Zustim­mung in aus­rei­chen­dem Maß ver­si­chern. So ganz im klei­nen Kreis wie es (nach­voll­zieh­bar immer­hin) bei euch läuft geht das aber mei­ner Mei­nung nach nicht.

  6. Horst sagt:

    Ich frage mich wie lange die Jun­gen Pira­ten zum Thema Islam noch dum­mes Zeug ver­brei­ten wol­len? Sie soll­ten sich erst ein­mal Infor­mie­ren, Wis­sen aneig­nen und dann über ein sol­ches Thema reden. Es gibt keine Isla­mo­pho­bie, aber sehr wohl eine mehr als berech­tigte Islam­kri­tik. Nun gut es mag ja sein, dass man ein Halal Kauf­haus nur für Moham­me­da­ner gut fin­det, ich nicht, mich erin­nert das an Deut­sche kau­fen nur bei Deut­schen. Oder das geplante Isla­mi­sche Taxi­un­ter­neh­men mit Geschlech­ter­tren­nung und nur für die neuen Her­ren­men­schen (Moham­me­da­ner) Ungläu­bige wer­den nicht mit­ge­nom­men. Oder der Rück­zug der Moham­me­da­ner vom Inter­kul­tu­rel­len Stra­ßen­fest in Hagen, weil dort auch Deut­sche mit einem Brat­wurst­stand teil­neh­men woll­ten. Ich könnte ein gan­zes Buch schrei­ben mit wei­te­ren Bei­spie­len. Wozu eigent­lich eine Islam­kon­fe­renz? Wir haben eine demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung, ein Gesellschafts-, und Rechts­sys­tem. Wer hier leben will kann sich ein­brin­gen und eine Bevor­zu­gung für Reli­gio­nen ist laut GG nicht akzep­ta­bel, ja sogar aus­ge­schlos­sen. Wobei der Islam ja keine Reli­gion ist, son­dern eine faschis­ti­sche, men­schen­ver­ach­tende, theo­kra­ti­sche Stein­zeit­ideo­lo­gie mit den Attri­bu­ten einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung. Wenn jetzt einer auf­heu­len will, bin ich gerne bereit, aber nur wenn er den Koran gele­sen und begrif­fen hat, das Sel­bi­ger für jeden Moham­me­da­ner über unse­ren Geset­zen steht und zwar ohne wenn und aber alles andere ist Taquia
    schö­nen Sonn­tag noch.

  7. […] jun­gen Pira­ten bedau­er­ten in ihrem Blog den Ablauf der dies­jäh­ri­gen Deut­schen Islam­kon­fe­renz. Darin monier­ten sie bei­spiels­weise, dass man sich auf der Tagung auf Extre­mis­ten ver­steift hätte, […]

  8. Esauritus sagt:

    Ach­tung Ach­tung Pira­ten­par­tei: Bevor ihr euch mit dem Islam befasst, befasst euch lie­ber zuerst mit der Pi-News Com­mu­nity, weil da sieht man wie sich das ganze ent­wi­ckeln wird und wie ver­blen­det diese Leute sind z.b wie die­ser Horst über mir.

    Ich emp­fehle euch nach Chris­toph Hörs­tel auf youtube zu suchen und nach KenFM. Ihr seid die letzte noch glaub­wür­dige Par­tei, bitte ver­sagt nicht.

  9. raptor erectus sagt:

    arti­kel ist zu theo­re­tisch. und genau die­ser umstand wird von der knall­har­ten rea­li­taet zurecht­ge­rueckt => sala­fis­ten in solin­gen. hierzu ueb­ri­gens hin­weis auf ein foto in der welt online, das die »extrem rechte« gesin­nung der frau unter dem 3. schild von rechts ein­deu­tig belegt und mir grosse angst berei­tet ;=)
    http://​www​.welt​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​a​r​t​i​c​l​e​1​0​6​2​3​7​3​3​3​/​P​r​o​-​N​R​W​-​w​i​l​l​-​M​u​s​l​i​m​e​-​v​o​r​-​M​o​s​c​h​e​e​n​-​p​r​o​v​o​z​i​e​ren.html

    es wird nur 2 alter­na­ti­ven geben:
    – fuer den radi­ka­len islam
    – fuer mei­nungs­frei­heit und cou­rage (sar­ra­zin, grass, wes­ter­gaard, npd, pro-nrw, etc)

    zu item 1: ich wage es ja fast nicht, polit­clowns wie clau­dia roth, marie louise beck, maria boeh­mer zu nen­nen. es ist schon zynisch son­der­glei­chen, stur gegen den waeh­ler­stream zu agie­ren; als ob der kleine ver­un­si­cherte waeh­ler einer ana­lyse nicht maech­tig ist.

    als soge­nann­ter 69er war ich selbst­re­dend gegen das soge­nannte esta­blish­ment.
    als soge­nann­ter grue­ner gegen das noch vor­han­dene jun­ker­den­ken in den koe­p­fen der poli­ti­ker wie map­pus.
    heute erfasst mich die grelle angst wenn die npd kei­nen star­ken zulauf bekom­men sollte.
    oder was gibt es sonst noch fuer alter­na­ti­ven?
    in eurem arti­kel sehe ich eine ueber­grosse ver­zagt­heit, den islam mit all sei­nen alt­tes­ta­men­ta­ri­schen hirn­ris­sig­kei­ten klar entgegenzutreten.

    inso­weit bitte ich euch, mir eure dies­be­zue­gli­chen vor­stel­lun­gen, plaene, vor­ha­ben per mail zu uebermitteln.

    mfg
    jf

  10. raptor erectus sagt:

    einigt euch auf den grund­satz, dass das gg fuer jeden guel­tig ist und gewaltae­tige aus­wu­echse, egal gleich­wel­cher cou­leur oder rich­tung gema­ess dem stgb schnell, effekt­voll und ohne angst geahn­det werden.

    ist immer noch bes­ser, als auf­zu­schie­ben. sonst kommt irgend­wann wie­der irgend­so­ein »erloe­ser« und das will wohl kei­ner von uns.

  11. Bastian H sagt:

    Wir müs­sen auf­pas­sen, dass wir uns nicht sel­ber blind machen. Wir müs­sen Par­tei­in­tern in der Lage sein diverse Stand­punkte zu der The­ma­tik Inte­gra­tion und Islam dar­zu­stel­len. Wir dür­fen auf kei­nen Fall Frei­fahrt­scheine ver­tei­len oder Men­schen wie Bei­spiels­weise reli­giö­sen Fun­da­me­ta­lis­ten und deren Sym­pa­thi­san­ten Stand­beine geben. Dass es Inte­gra­ti­ons­pro­bleme in Deutsch­land gibt ist nicht bestreit­bar, man darf es nicht leug­nen. Einen Lösungs­weg zu fin­den ist eine Auf­gabe der Poli­tik und wir soll­ten uns auch par­tei­in­tern die­ser Pro­ble­ma­tik anneh­men und nicht gleich im Keim jede Dis­kus­sion ersti­cken nur weil sie« von rechts zu kom­men scheint«. Inte­gra­tion ist unab­ding­bar für unser Zusammenleben.

  12. simmering sagt:

    Die Kor­rupt­heit der poli­ti­schen Klasse, die Albern­heit des Establishements,die Eura­bia Kon­for­mis­ten spielen.Sie spie­len mit der Ver­fas­sung und dem Volk(Demos).
    Frei­heit dul­det kein theokratisches,anti-demokratische und kul­tur­frem­des Sklavenhalterrecht.Die Welt wird geteilt in Gläu­bige und Ungläu­bige. Alles muss kon­trol­liert wer­den duch die Umma und sich unterwerfen.»Radikale«,fromme Mus­lime tuen das was Moham­med tat, Sala­fis­ten sind gläu­bige Musels.

    PS: Ach­tung Frauen: Ver­schlei­ert euch,sonst pro­vo­ziert ihr,Achtung Blonde: Färbt eure Haare,sonst pro­vo­ziert ihr.Was schon in vie­len Tei­len Englands,in den Städ­ten in Frank­reich, Nor­we­gen und Schwe­den Wirk­lich­keit ist.… (kommt wohl bald auch nach Deutsch­land oder ist schon da).

    Es gibt Kul­tu­ren die müs­sen verschwinden.

  13. Leila sagt:

    Na ja, ob man mit Ihnen hier eine islam­wis­sen­schaft­li­che Debatte anfängt, nur weil Sie stolz dar­auf sind das Wort »Tagiya« zu ken­nen, wel­ches lus­ti­ger­weise kaum heute ein Otto-normal-Mensch, mit isla­mi­schem Hin­ter­grund kennt, weil es nicht zu sei­nem All­tag gehört, bezweifle ich stark. Denn jemand der so eine pau­scha­li­sierte Aus­sage über eine kul­tu­relle viel­fäl­tige Ent­wick­lung wie die »isla­mi­sche Kul­tur« macht, kann gar­nicht prä­des­ti­niert sein für so eine Debatte. Also suh­len Sie sich wei­ter­hin in Ihrem »Pseu­do­wis­sen«, denn inter­es­san­ter­weise sind Sie den »extre­mis­ti­schen Bewe­gun­gen« dem Leim gegan­gen, Sie geben Ihr isla­mi­schen Welt­bild wie­der, nur eben mit nega­ti­ven Vor­zei­chen. Ein klei­ner Tipp von mir, da Sie so »bele­sen sind« — lesen Sie mal isla­mi­sche Den­ker wie »Ibn Rushd«, »Ibn Arabi«, Al-Ghazali« etc. statt sich in seich­ten ergüs­sen von Vogel und co. zu ertrin­ken…
    Grüßi