Deutscher Computerspielpreis: Die Haltung der Union ist nicht preiswürdig
Anlässlich der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises sah sich die Unionsfraktion mit ihrem kultur– und medienpolitischen Sprecher Wolfgang Börnsen zu einer kritischen Stellungnahme bzgl. der Nominierung des Ego-Shooters Crysis2 genötigt. Kernaussage dieser Stellungnahme ist dass sogenannte „Killerspiele“ nicht honoriert werden dürfen und dass auch unter dem Aspekt des Jugendschutzes es vielen Eltern jetzt noch schwerer gemacht wird, für alternative, sinnvolle Spiele zu werben.
„Die Union beweist hier, dass sie noch immer nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Computerspielen als Kulturgut in der Lage ist«, meint Torge Schmidt, Mitglied der Jungen Piraten und Spitzenkandidat der Piratenpartei für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Allein die Verwendung des Labels Killerspiele zeigt, wie wenig sich in der Union in den letzten Jahren getan hat. Dies ist ein unsachlicher Kampfbegriff, der nicht nur irreführend ist, sondern auch von nicht wenigen Spielern als beleidigend empfunden wird: Er setzt diejenigen, die Ego-Shooter spielen, mit professionellen Auftragsmördern („Killern“) gleich. Auch verdeckt er, dass der Zweck von Ego-Shootern nicht das Trainieren von Mord und Totschlag ist, sondern der freundschaftliche, sportliche Wettbewerb in Reaktionsgeschwindigkeit, Gruppenkoordination und Taktik.
Dass es in den Augen der Unionsfraktion auch schwieriger für Eltern würde „im Sinne des Jugendschutzes für sinnvollere Spiele zu werben“, ist angesichts der Tatsache, dass zu eben diesem Zeck zwei höher datierte Preise in den Kategorien „Bestes Kinderspiel“ und „Bestes Jugendspiel“ verliehen werden, eine haltlose Kritik an der unabhängigen Jury. Diese Haltung zeugt eher vom Versuch der Union, im Namen des Jugendschutzes die Freizeitgestaltung aller Menschen ihren Moralvorstellungen zu unterwerfen.
Die Jungen Piraten unterstützen die deutsche Spielebranche als innovativen Wirtschaftszweig und wünschen allen Nominierten viel Erfolg.
Verantwortlich für das Erstellen der Pressemitteilung: Bundespressestelle der Jungen Piraten
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Schön geschrieben, und durch und durch korrekt!
Man könnte fast meinen das sie sich überhaupt nicht weiterentwickeln wollen.
Man sollte vielleicht nochmal darauf hinweisen, dass die eigentliche Gefahr, die _echten_ Schusswaffen und ihr Gebrauch, weiterhin vehement verteidigt werden.
richtig so.
ich bin selber zocker. mich hat diese diskussion nach dem amoklauf schon wahnsinnig genervt.
kurz gesagt: ich unterstütze euch dabei
Nenn mir mal ein alternatives Computerspiel.. und nenn mir ein Elternteil, dass für seine Kinder Computerspiele aussucht. Nichtmal die Sims ist frei von Lastern unserer Gesellschaft.. Steck das Geld, dass du für deine sinnlosen Reden bekommst lieber in sinnvolle Studien, die dir die Schuppen von den Augen wischen, dass Egoshooter keine Amoktrainer sind.
Abgesehen davon muss jeder, der epische Spiele wie Cod MW, Crysis oder andere Missionsbasierte Shooter verpöhnt auch jegliche Actionfilme anfeinden und die guckt ihr Fehlpolitiker ja selbst wieder gern.
Vielen Dank für diese Stellungnahme. Ich kriege jedesmal schon Ausschlag, wenn ich den Begriff »Killerspiel« überhaupt höre.
Ironie ein:
Natürlich verstehe ich hier die Union, Killerspiele sind halt unverantwortlich. Dann gehe ich als junger Mann doch lieber zur Bundeswehr, die von den etablierten Parteien in Krisengebieten geschickt wird. Dort darf ich dann, nach praktisch nicht vorhandener Ausbildung, z.B. in Afghanistan in Echtzeit auf fremde Sreitmächte und auch mal auf ein paar Zivilisten schießen oder Tanklastzüge in die Luft jagen. Das macht doch viel mehr Spaß als ein dröges Comuterspiel und wird auch noch besser bezahlt.
Ironie aus:
Langsam geht mir die Verlogenheit der etablierten Parteien auf die Nerven.
Also, ich habe für meinen vierzehnjährigen Sohn den Ego-Shooter Battlefield 3 gekauf.
Bin ich jetzt deswegen ein schlechter Vater, der seinem Sohn ein »Killerspiel« kauft, damit er das Töten erlernt, oder bin ich jetzt ein guter Vater, der seinen Sohn so gut erzogen hat, um sicher sein zu können, dass sein Sohn niemals töten wird und ich ihm deshalb dieses »Taktikspiel« schenken kann.
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Typo hier: dass zu eben diesem _Zeck_ zwei höher datierte Preise
[…] Torge Schmidt, Kandidat der Piratenpartei: “Die Union beweist hier, dass sie noch immer nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Compute…“ […]
Also ich bin ja auch dafür, dass nur Garten-Simulationen zur Bewertung zugelassen werden sollten.…. *Ironie off*
[…] Jungen Piraten glauben, die Union beweise mit ihrer Pressemitteilung, dass sie nicht zu einer “sachlichen […]
Ich kann es einfach nicht fassen … können oder wollen diese ganzen Anti-»Killerspiel« Politiker es nicht akzeptieren, dass Ego-Shooter heutzutage zu unserer Kultur gehören?
Alleineschon, dass die Gamer mit Killern vergleichen … die Politiker haben echt sorgen … die sollten sich mal um wichtigere Sachen kümmern als immer nur die Spiele zu kritisieren!
..ich bin gerade auf diese Seite gestoßen und las diesen Artikel.
Zitat:« Auch verdeckt er, dass der Zweck von Ego-Shootern nicht das Trainieren von Mord und Totschlag ist, sondern der freundschaftliche, sportliche Wettbewerb in Reaktionsgeschwindigkeit, Gruppenkoordination und Taktik.»
Mal ganz im Ernst, ich spiele auch ab und zu »Killerspiele«,bezeichne mich zwar nicht als Killer, werde mir aber dennoch immer wieder bewusst, dass es in diesen Spielen keineswegs um den sportlichen Wettbewerb von Reationsgeschwindigkeit und Taktik geht, sondern ums bloße Töten und dafür sorgen, dass man selber nicht getötet wird. Das ist primitiver, als der Ötzi!
Wenn ihr wirklich als Partei! ernst genommen werden wollt und nicht nur als eine Gruppierung von unzufriedenen Wählern, so zeigt doch bitte, dass ihr Facettenreicher seid, als in diesem Beitrag!
Die Kinder von heute sitzen ohne jegliche zwischenmenschliche Beziehung vor ihrem PC. Sorgt dafür, dass ihr diesen Kindern auch zeigt, dass es in der wirklichen Welt auch sinnvollere Dinge gibt, als PC-Spiele und Internet, und zwar zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn ihr das schafft, kann man die Piraten auch wirklich ernst nehmen!