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Junge PIRATEN

Deut­scher Com­pu­ter­spiel­preis: Die Hal­tung der Union ist nicht preiswürdig

Gaming, Pressemitteilungen – Mittwoch, der 25. April 2012

Anläss­lich der Preis­ver­lei­hung des Deut­schen Com­pu­ter­spiel­prei­ses sah sich die Uni­ons­frak­tion mit ihrem kul­tur– und medi­en­po­li­ti­schen Spre­cher Wolf­gang Börn­sen zu einer kri­ti­schen Stel­lung­nahme bzgl. der Nomi­nie­rung des Ego-Shooters Crysis2 genötigt. Kernaussage die­ser Stel­lung­nahme ist dass soge­nannte „Killerspiele“ nicht hono­riert wer­den dür­fen und dass auch unter dem Aspekt des Jugend­schut­zes es vie­len Eltern jetzt noch schwe­rer gemacht wird, für alter­na­tive, sinn­volle Spiele zu werben.

„Die Union beweist hier, dass sie noch immer nicht zu einer sach­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit Com­pu­ter­spie­len als Kul­tur­gut in der Lage ist«, meint Torge Schmidt, Mit­glied der Jun­gen Pira­ten und Spit­zen­kan­di­dat der Pira­ten­par­tei für die Land­tags­wahl in Schleswig-Holstein. Allein die Ver­wen­dung des Labels Kil­ler­spiele zeigt, wie wenig sich in der Union in den letz­ten Jah­ren getan hat. Dies ist ein unsach­li­cher Kampf­be­griff, der nicht nur irre­füh­rend ist, son­dern auch von nicht weni­gen Spie­lern als belei­di­gend emp­fun­den wird: Er setzt die­je­ni­gen, die Ego-Shooter spie­len, mit pro­fes­sio­nel­len Auf­trags­mör­dern („Kil­lern“) gleich. Auch ver­deckt er, dass der Zweck von Ego-Shootern nicht das Trai­nie­ren von Mord und Tot­schlag ist, son­dern der freund­schaft­li­che, sport­li­che Wett­be­werb in Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit, Grup­pen­ko­or­di­na­tion und Taktik.

Dass es in den Augen der Uni­ons­frak­tion auch schwie­ri­ger für Eltern würde „im Sinne des Jugend­schut­zes für sinn­vol­lere Spiele zu wer­ben“, ist ange­sichts der Tat­sa­che, dass zu eben die­sem Zeck zwei höher datierte Preise in den Kate­go­rien „Bes­tes Kin­der­spiel“ und „Bes­tes Jugend­spiel“ ver­lie­hen wer­den, eine halt­lose Kri­tik an der unab­hän­gi­gen Jury. Diese Hal­tung zeugt eher vom Ver­such der Union, im Namen des Jugend­schut­zes die Frei­zeit­ge­stal­tung aller Men­schen ihren Moral­vor­stel­lun­gen zu unterwerfen.

Die Jun­gen Pira­ten unter­stüt­zen die deut­sche Spie­le­bran­che als inno­va­ti­ven Wirt­schafts­zweig und wün­schen allen Nomi­nier­ten viel Erfolg.


Ver­ant­wort­lich für das Erstel­len der Pres­se­mit­tei­lung: Bun­des­pres­se­stelle der Jun­gen Pira­ten
Ver­ant­wort­lich für den Ver­sand der Pres­se­mit­tei­lung: Bun­des­pres­se­stelle der Jun­gen Piraten

14 Kommentare zu “Deut­scher Com­pu­ter­spiel­preis: Die Hal­tung der Union ist nicht preiswürdig”

  1. Dario sagt:

    Schön geschrie­ben, und durch und durch korrekt!

  2. Flo sagt:

    Man könnte fast mei­nen das sie sich über­haupt nicht wei­ter­ent­wi­ckeln wollen.

  3. masat sagt:

    Man sollte viel­leicht noch­mal dar­auf hin­wei­sen, dass die eigent­li­che Gefahr, die _echten_ Schuss­waf­fen und ihr Gebrauch, wei­ter­hin vehe­ment ver­tei­digt werden.

  4. jonas t sagt:

    rich­tig so.
    ich bin sel­ber zocker. mich hat diese dis­kus­sion nach dem amok­lauf schon wahn­sin­nig genervt.

    kurz gesagt: ich unter­stütze euch dabei :)

  5. mammon sagt:

    Nenn mir mal ein alter­na­ti­ves Com­pu­ter­spiel.. und nenn mir ein Eltern­teil, dass für seine Kin­der Com­pu­ter­spiele aus­sucht. Nicht­mal die Sims ist frei von Las­tern unse­rer Gesell­schaft.. Steck das Geld, dass du für deine sinn­lo­sen Reden bekommst lie­ber in sinn­volle Stu­dien, die dir die Schup­pen von den Augen wischen, dass Ego­shoo­ter keine Amok­trai­ner sind.
    Abge­se­hen davon muss jeder, der epi­sche Spiele wie Cod MW, Cry­sis oder andere Mis­si­ons­ba­sierte Shoo­ter ver­pöhnt auch jeg­li­che Action­filme anfein­den und die guckt ihr Fehl­po­li­ti­ker ja selbst wie­der gern.

  6. Thomas Kolb sagt:

    Vie­len Dank für diese Stel­lung­nahme. Ich kriege jedes­mal schon Aus­schlag, wenn ich den Begriff »Kil­ler­spiel« über­haupt höre.

  7. petchay sagt:

    Iro­nie ein:
    Natür­lich ver­stehe ich hier die Union, Kil­ler­spiele sind halt unver­ant­wort­lich. Dann gehe ich als jun­ger Mann doch lie­ber zur Bun­des­wehr, die von den eta­blier­ten Par­teien in Kri­sen­ge­bie­ten geschickt wird. Dort darf ich dann, nach prak­tisch nicht vor­han­de­ner Aus­bil­dung, z.B. in Afgha­nis­tan in Echt­zeit auf fremde Sreit­mächte und auch mal auf ein paar Zivi­lis­ten schie­ßen oder Tank­last­züge in die Luft jagen. Das macht doch viel mehr Spaß als ein drö­ges Comu­ter­spiel und wird auch noch bes­ser bezahlt.
    Iro­nie aus:

    Lang­sam geht mir die Ver­lo­gen­heit der eta­blier­ten Par­teien auf die Nerven.

  8. Gerre sagt:

    Also, ich habe für mei­nen vier­zehn­jäh­ri­gen Sohn den Ego-Shooter Batt­le­field 3 gekauf.
    Bin ich jetzt des­we­gen ein schlech­ter Vater, der sei­nem Sohn ein »Kil­ler­spiel« kauft, damit er das Töten erlernt, oder bin ich jetzt ein guter Vater, der sei­nen Sohn so gut erzo­gen hat, um sicher sein zu kön­nen, dass sein Sohn nie­mals töten wird und ich ihm des­halb die­ses »Tak­tik­spiel« schen­ken kann.

  9. Anonymous sagt:

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Empty Data]
    Typo hier: dass zu eben die­sem _Zeck_ zwei höher datierte Preise

  10. […] Torge Schmidt, Kan­di­dat der Pira­ten­par­tei: “Die Union beweist hier, dass sie noch immer nicht zu einer sach­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit Compute…“ […]

  11. Stephan sagt:

    Also ich bin ja auch dafür, dass nur Garten-Simulationen zur Bewer­tung zuge­las­sen wer­den soll­ten.…. *Iro­nie off*

  12. […] Jun­gen Pira­ten glau­ben, die Union beweise mit ihrer Pres­se­mit­tei­lung, dass sie nicht zu einer “sachlichen […]

  13. Ich kann es ein­fach nicht fas­sen … kön­nen oder wol­len diese gan­zen Anti-»Killerspiel« Poli­ti­ker es nicht akzep­tie­ren, dass Ego-Shooter heut­zu­tage zu unse­rer Kul­tur gehören?

    Alleine­schon, dass die Gamer mit Kil­lern ver­glei­chen … die Poli­ti­ker haben echt sor­gen … die soll­ten sich mal um wich­ti­gere Sachen küm­mern als immer nur die Spiele zu kritisieren!

  14. Guten Abend, sagt:

    ..ich bin gerade auf diese Seite gesto­ßen und las die­sen Arti­kel.
    Zitat:« Auch ver­deckt er, dass der Zweck von Ego-Shootern nicht das Trai­nie­ren von Mord und Tot­schlag ist, son­dern der freund­schaft­li­che, sport­li­che Wett­be­werb in Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit, Grup­pen­ko­or­di­na­tion und Tak­tik.»
    Mal ganz im Ernst, ich spiele auch ab und zu »Killerspiele«,bezeichne mich zwar nicht als Kil­ler, werde mir aber den­noch immer wie­der bewusst, dass es in die­sen Spie­len kei­nes­wegs um den sport­li­chen Wett­be­werb von Rea­ti­ons­ge­schwin­dig­keit und Tak­tik geht, son­dern ums bloße Töten und dafür sor­gen, dass man sel­ber nicht getö­tet wird. Das ist pri­mi­ti­ver, als der Ötzi!
    Wenn ihr wirk­lich als Par­tei! ernst genom­men wer­den wollt und nicht nur als eine Grup­pie­rung von unzu­frie­de­nen Wäh­lern, so zeigt doch bitte, dass ihr Facet­ten­rei­cher seid, als in die­sem Bei­trag!
    Die Kin­der von heute sit­zen ohne jeg­li­che zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hung vor ihrem PC. Sorgt dafür, dass ihr die­sen Kin­dern auch zeigt, dass es in der wirk­li­chen Welt auch sinn­vol­lere Dinge gibt, als PC-Spiele und Inter­net, und zwar zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hun­gen. Wenn ihr das schafft, kann man die Pira­ten auch wirk­lich ernst nehmen!